Einmal duschen – einmal Akku leer: So viel Energie verbrauchen wir im Alltag

Konstruktion Duschcontainer Innenansicht Raumaufteilung Längsschnitt

Ein normaler Duschgang verbraucht so viel Energie wie ein ganzer PV-Speicher. Höchste Zeit zum Umdenken.

Potenziale und Herausforderungen des Duschens mit Fokus auf mobile Lösungen

Die tägliche Dusche ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Ob beim Aufstehen am Morgen, nach dem Sport oder vor dem Schlafengehen. Was dabei kaum einer erahnt, sind die enormen Energiemengen für die Warmwasserbereitung. Während das Ausschalten des Lichts für viele zum Symbol von Sparsamkeit geworden ist, bleibt der Energieverbrauch beim Duschen unentdeckt. Dabei nimmt die Beleuchtung durch die LED-Technologie in Wirklichkeit kaum noch einen Stellenwert auf der Stromrechnung ein. Im Gegensatz dazu stellt Duschen einen echten Energiefresser dar.

Auch außerhalb des heimischen Badezimmers, besonders im Kontext von Veranstaltungen, Festivals oder Campingplätzen, ergeben sich sowohl ökologische als auch infrastrukturelle Herausforderungen.

Der folgende Artikel untersucht den Energieverbrauch beim Duschen, analysiert aktuelle mobile Lösungen und stellt ein Konzept vor, in welchem durch technische Innovationen bis zu 70 % Energie eingespart werden kann. 

Der tatsächliche Energieverbrauch beim Duschen

Für das Duschen muss das Wasser mit einer angenommenen Haus-Eintrittstemperatur von 10°C auf 40°C (durchschnittliche Duschtemperatur) erwärmt werden. Moderne Regenduschen verbrauchen bis zu 20 Liter in der Minute. Je nach Duschzeit werden dann schnell über 200 Liter Wasser verbraucht. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (DENA) beträgt der Energieaufwand für eine 10-minütige Dusche bei 40°C durchschnittlich 5 bis 8 kWh, abhängig vom Duschkopf und Wasserdruck [1]. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Photovoltaik-Heimbatterie (8 kWh) könnte damit durch einen einzigen Duschvorgang nahezu vollständig entladen werden. *

Die Warmwasserbereitung macht in Haushalten etwa 12 – 15 % des gesamten Energieverbrauchs aus [2]. Bei mobilen Duscheinrichtungen verschärfen sich diese Anforderungen, da dort in der Regel keine zentrale Wärmeversorgung vorhanden ist, die enorme Energiemengen liefern kann. Die Folge: Es leidet der Duschkomfort etwa durch lauwarmes Wasser oder durch einen schwachen Wasserdruck. Zudem kommen ineffiziente Heizlösungen auf Basis von Primärenergie wie Diesel‑ oder Ölbrenner zum Einsatz. Das Verbrennen von fossilen Brennstoffen für die Wassererwärmung führt zu einem erheblichen CO₂‑Ausstoß. 

Status quo mobiler Duschlösungen und unser geplantes Konzept 

Aktuelle mobile Duschsysteme

Infolge des oben beschriebenen hohen Energiebedarfs, verwenden klassische mobile Duschlösungen auf Festivals oder Events häufig gasbetriebene Durchlauferhitzer oder Ölheizungen zur Warmwasserbereitung. Diese Systeme sind zwar sehr leistungsfähig, jedoch energieintensiv und emissionsreich [3]. Ebenso stehen Wassersparmaßnahmen nicht im Fokus der Anbieter mobiler Duschlösungen. Teilweise werden Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs durch geringeren Druck oder niedrigeren Temperaturen realisiert. Dies ist die Folge eines massiven Energiebedarfs bei hohem Duschaufkommen. Diese Maßnahmen führen jedoch zu Einbußen in der Qualität der Dusche. 

Unser energieeffizientes Duschkonzept 

Um dem oben beschriebenen Problem zu begegnen, verfolgen wir einen kombinierten Ansatz für ein effizienteres Duschkonzept mit gleichzeitig höchsten Qualitätsansprüchen. Unser Ansatz teilt sich auf zwei Maßnahmen auf:

Maßnahme 1: Wasserspar-Duschköpfe mit Luftbeimischung und smartem Konzept

Moderne Duschköpfe mit integrierter Luftansaugung können den Wasserverbrauch um bis zu 50 % reduzieren, ohne dass der Nutzer eine signifikante Komforteinbuße wahrnimmt. Der volumetrische Strahl bleibt erhalten, obwohl real weniger Wasser verwendet wird [4]. Zusätzlich sorgt eine Steuereinheit mit Zeitbegrenzung der Dusche und visueller Restzeitanzeige für Einsparungen und eine transparente Rückmeldung.

Maßnahme 2: Wärmerückgewinnung aus Abwasser

Beim Duschen entsteht warmes Abwasser, das nahezu zeitgleich zum neuen einströmenden Zuwasser austritt.  Durch einen Wärmetauscher im Ablauf kann die Energie des entstehenden Abwassers genutzt werden, um annähernd das gesamte nötige Frischwasser vorzuwärmen. Je nach Ausführung lässt sich hierdurch eine zusätzliche Energieeinsparung von etwa 50 % realisieren [5].

In Kombination ermöglichen diese beiden Maßnahmen eine Einsparung von bis zu 70 % der Energie, die für konventionelles Duschen erforderlich wäre. Der verbleibende Bedarf kann dann durch elektrische Heizsysteme gedeckt werden – idealerweise gespeist durch den lokalen Strommix oder erneuerbare Quellen.

Die Zukunft des grünen Duschens ohne Verzicht

Duschen zählt zu den unterschätzten Energieverbrauchern im Alltag – insbesondere in mobilen Anwendungen, bei welchen der Einsatz fossiler Brennstoffe bisher oft alternativlos erschien. Die Verbindung aus luftangereicherten Spar-Duschköpfen und Wärmerückgewinnung bietet eine vielversprechende Möglichkeit, diese Systeme ohne Komforteinbußen energieeffizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Was im Haushalt eine nette Einsparung ist, wird in mobilen Duschen zum echten Game Changer: Hier sorgt der Dauereinsatz für einen massiven Hebel bei Energieverbrauch und Kosten.


*Voraussetzung ist, dass von einer reinen Energieumwandlung (z.B. mittels elektrische Widerstandsheizung) ohne umgekehrten Carnot-Prozess in Form einer Wärmepumpe ausgegangen wird.

[1] Bund der Energieverbraucher, „Duschen: Über Kalt- und Warmduscher“, 2023 Bund der Energieverbraucher Titel: Duschen: Über Kalt- und Warmduscher, Veröffentlichung: 2023 https://www.energieverbraucher.de/de/duschen__1519/

[2] Umweltbundesamt, „Ratgeber: Energie sparen im Haushalt“, 2023Umweltbundesamt Fachgebiet „Energieeffizienz“ Titel: Energiesparen im Haushalt – Ratgeber Veröffentlichung: 2023 https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/381/publikationen/energiesparen-im-haushalt.pdf

[3] BAuA, „Mobile Sanitäranlagen: Technische Anforderungen“, 2021Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Technische Anforderungen an mobile Sanitäranlagen 2021 baua.de

[4] Stiftung Warentest, „Duschköpfe im Vergleich: Sparen mit Luftbeimischung“, test.de, 2021 Stiftung Warentest Titel: Duschköpfe im Vergleich: Sparen mit Luftbeimischung test.de/duschkoepfe-im-vergleich

[5] Fraunhofer ISE, „Energieeinsparpotenziale durch Wärmerückgewinnung aus Grauwasser“, Studienbericht 2020 Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE 2020 ise.fraunhofer.de INTEWA GmbH: Wärmerückgewinnung aus Grauwasser (bis zu 15 kWh/m³) intewa.com